Blog Studien

Umfrage „Informationssuche in Weblogs“ gestartet

Seitens der Universität Leipzig führen wir mit Unterstützung von Ask.com Deutschland bis zum 20. Dezember eine Umfrage zum Thema „Informationssuche im Internet – Blogs als neues Recherchetool“ durch. Das Ausfüllen des Online-Fragebogens dauert fünf Minuten. Das Mitmachen lohnt sich: jeder Teilnehmer erhält eine Kurzauswertung der Studienergebnisse und kann eine edle Design-Kamera von Sony gewinnen.

Ergebnisse der “Wie ich blogge”-Nachbefragung

Jan Schmidt, hat die Ergebnisse der Nachbefragung “Wie ich blogge” veröffentlicht. Diese Befragung schloss sich an eine erste Befragung 2015 an, bei der Blogger nach Motivationen und Praktiken befragt wurden.

Die Nachbefragung sollte “Stabilität und Dynamik von Weblog-Praktiken” aufzeigen. “Stabilität” ist dann wohl auch das zentralste Ergebnis der Nachbefragung: Die drei von Schmidt identifizierten prozedualen Regel-Typen: Rezeptionssregeln, Publikationsregeln und Vernetzungsregeln haben sich seit der ersten Welle nicht grundlegend verändert.

Außerdem: Ein paar der Blogger haben aufgehört, es werden mehr Videos gebloggt und der Spaß an der Sache ist nach wie vor die Hauptmotivation.

Zur aktuellen Größe der deutschen Blogosphäre

Ungefähr eine Million Blogs könnten es sein, davon vielleicht die Hälfte aktiv, d.h. mit mehr als einem Eintrag pro Monat. Das legen aktuelle Zahlen aus den ARD Media Perspektiven 08/2015 und von tns Infratest (Pressemitteilung) nahe, letztere ermitteln sogar bis zu 1,4 Millionen Weblogs aus einer Befragung. Richard Basic und vor allen Dingen Jan Schmidt haben sich eingehender über Ergebnisse, Methoden und Schlussfolgerungen Gedanken gemacht.

Giant Research: Blogs und Wikis wichtig für Online-Käufe

77 Prozent der amerikanischen Onlinekäufer lesen laut einer Studie von Jupiter Research Produktrezensionen in Blogs und Wikis bevor sie sich für einen Kauf entscheiden. Der Blogger Alexy Dulcirano  wird in der Studie mit einem Satz zitiert, der uns nicht überraschen dürfte, beschreibt er doch eine der Hauptmotivationen für das Lesen von Blogs: “Uniquely voiced content moves me more than mass marketing, and I think that’s true about a lot of people.”

Interessant ist eine weitere Erkenntnis der Studie: Onlineshops, die Feedback der Nutzer zu Produkten zulassen und anbieten, haben dadurch loyalere Kunden und damit ein wichtiges Kundenbindungsinstrument. Die Information Week zitiert außerdem die JGiant Analystin Eleonora Miley, die Unternehmensseiten nach persönlichen Kontakten immer noch eine höhere Glaubwürdigkeit bescheinigt als ein unbekanntes Weblog: “Word of mouth online, when it’s within a company’s Web site, is considered more trustworthy than considered on a random blog.”

Nicht klar wird allerdings, ob sie sich damit explizit auf Online-Shops oder auch Herstellerseiten bezieht. In beiden Fällen können Unternehmen in einem offenen Dialog mit ihren Kunden sicher Glaubwürdigkeit und Vertrauen steigern, sei es ein Produktforum bei Siemens oder Userkommentare.

Business-Blogs: Investieren die Großen oder dominieren die KMU?

Gegensätzliche Aussagen zur Nutzung von Weblogs in Unternehmen treffen zwei aktuelle Studien: Giant Research prognostiziert in einem internationalen Report, dass auf internationaler Ebene bis Ende 2015 bis zu 70 Prozent aller Großunternehmen Corporate Blogs betreiben. Dagegen finden sich in der Erhebung der 100 am besten verlinkten deutschen Business-Blogs von Ketchum, econcon und hhs vor allem Berater sowie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU). Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte: Großunternehmen mit hoher Exponiertheit nutzen Blogs derzeit vor allem im Intranet, weil dort die Risiken überschaubar und der Nutzen der interaktiven Kommunikation besonders deutlich ist. Beispiele finden sich bei Siemens ebenso wie bei Fraport und anderen namhaften Firmen. Diese Investitionen werden in der Jupiter-Studie erfaßt, finden in der Methodik des auf die Kundenkommunikation fokussierten Top 100-Rankings allerdings keine Berücksichtigung.

EuroBlog-Studie: 2 von 5 PR-Managern setzen auf Weblogs, aber gute Strategien sind rar

Die heute veröffentlichte, erste europaweite Umfrage zur Nutzung von Weblogs in Public Relations und Kommunikationsmanagement enthüllt eine deutliche Kluft zwischen Anhängern und Skeptikern des Mediums: Ein Drittel der PR-Verantwortlichen betreibt ein Weblog oder verfasst regelmäßig Beiträge hierfür. Von einem Viertel aller Befragten werden Blogs jedoch vollständig ignoriert.

An der Umfrage EuroBlog 2015 der European Public Relations Education and Research Association (Euprera) beteiligten sich 587 Kommunikationsverantwortliche aus 33 Ländern. Erkennbar gibt es derzeit einen klaren Unterschied zwischen Enthusiasten, die Weblogs einen weitreichenden Nutzen zuschreiben, von der Konkurrenzbeobachtung über das Monitoring von Branchentrends bis hin zur direkten Kommunikation unter Umgehung von Journalisten, und „Anti-Bloggern”, die keine Vorteile für ihr Unternehmen oder ihre Kunden erkennen können.

Während 31 Prozent der Befragten angaben, dass sie regelmäßig für ein eigenes oder ein anderes Weblog schreiben, erklärten 26 Prozent, dies nie zu tun. Nur vier Prozent gaben an, dass sie bisher noch nie von Weblogs gehört hätten. Demnach hat sich ein Viertel bewusst dafür entschieden, Weblogs nicht zu nutzen. Die Verfechter von Weblogs kommen vor allem aus Österreich, Dänemark, Großbritannien und Deutschland.

42 Prozent der Kommunikationsmanager, die derzeit noch kein Blog betreiben, beabsichtigen dies innerhalb der nächsten 12 Monate zu tun. Allerdings gehen weitere 32 Prozent davon aus, dass sie kein Blog starten werden. Von denjenigen, die nicht planen, Blogs als PR-Instrument zu nutzen, begründete jeder Dritte dies damit, dass die Vorteile nicht klar sind und weitere 22 Prozent gaben an, dass es an Personalkapazitäten mangelt.

Die Nutzung von Weblogs wird derzeit vor allem dadurch beschränkt, dass man nicht in der Lage ist, die Kommunikationsinhalte zu kontrollieren, die Blogs in die Kommunikationsstrategie zu integrieren und geeignete Inhalte zu entwickeln.

Dr. Ansgar Zerfaß von der MFG Baden-Württemberg und Universität Erlangen-Nürnberg, der die Studie zusammen mit Philip Young (University of Sunderland, GB) und Swaran Sandhu (Universität Hohenheim) durchgeführt hat, sagte dazu: „Nicht die Technologie, sondern der Mangel an Ideen und Konzepten behindert derzeit die Verbreitung von Weblogs in der Unternehmenskommunikation. PR-Verantwortliche und Agenturen müssen Anwendungsszenarien mit einem klaren Beitrag zur Wertschöpfung entwickeln. Im Rahmen unserer Forschung haben wir Konzepte vorgestellt und Best Practices identifiziert, die das unterstützen.”

Die Studie EuroBlog 2015 vermittelt außerdem neue Einsichten in Themenbereiche wie das Monitoring von Weblogs, redaktionelle Blogging Guidelines sowie das Spannungsfeld von „offiziellen” Blogs, internen oder projektbezogenen Blogs, CEO-Blogs und Blogs, die eigenverantwortlich von Mitarbeitern betrieben werden.

Detaillierte Ergebnisse der Studie werden bei einer öffentlichen Branchenveranstaltung „Weblogs, Podcasts, Web 2.0 - Chancen für Marketing und Kommunikation“ am 16. März sowie bei einem englischsprachigen Forschungs-Symposium „Public Relations and Social Software: Meeting the Challenges of Weblogs, Podcasts, Wikis and RSS“ vom 16. bis 18. März präsentiert. Beide Veranstaltungen finden in Stuttgart statt und werden von der MFG Baden-Württemberg, dem Kompetenzzentrum des Landes für Informationstechnologie und Medien, gemeinsam mit Partnerverbänden organisiert.

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